Unser Hof

Die Stockmühle und ihre Geschichte bis zum heutigen Eselhof-Wetterau

(geschichtliche Infos von Bruno Plitzkow und Erhard Schäfer)

Seit wann die Stockmühle genau existiert ist nicht bekannt. Auch die Herkunft Ihres Namens ist nicht überliefert, aber es gibt mehrere Theorien.

  • Laut Pfarrer Rudolf Peter, erhielt sie diesen von ihrem ersten Müller, der Stock hieß.
  • Heimatforscher Wilhelm Würz führt den Namen auf den früheren Wald zurück, der auf der hohen Au bis an die Mühle stand. Nachdem dieser abgeholzt wurde, standen die Wurzelstöcke der Bäume noch lange neben der Mühle, die Ihnen den Namen Stockmühle gab.
  • Eine weitere Theorie geht davon aus, dass das Ortschild („Der Stock“), welches gleich bei der Mühle auf dem Weg von Rainrod stand, namensgebend für die Mühle war.

Woher der Name wirklich stammt, wird wohl ein Geheimnis der Geschichte bleiben.

Stockmühle in Eichelsdorf um 1897

Stockmühle in Eichelsdorf um 1897

Die ersten Überlieferungen, aus dem Jahre 1595, beschreiben einen Müller Namens Heintz Moller als ersten Besitzer der Mühle. Das Eigentum von Heintz Moller an der Mühle wurde durch die Zahlung von 5 „Tornose Martinszins“ dokumentiert. Seine Tochter Kunigunde heiratete in Nidda einen Herrn namens Gangolf Reek. Dieser übernahm 1598 die Mühle und betrieb diese für ca. 30 Jahre. Nach einer weiteren Erwähnung der Witwe Reek (Jahreszahl unbekannt) gab es über 100 Jahre keine festgeschriebenen Überlieferungen.

 

Die nächste Erwähnung stammt aus dem Jahre 1706. Durch eine eingetragene Patenschaft bei einer Taufe am 14.06.1706 in Eichelsdorf, wird eine Dame als Ehefrau des derzeitigen Stockmüllers, Peter Grevel, beschrieben.

Elf Jahre später, 1717, wurde eine Erbleihe für Joh. Hofmann, damaliger Förster von Rainrod genannt. Dieser versteigert freiwillig die Mühle an den Meistbietenden.  Joh.  Heinrich Freymann aus Steinheim erwarb bei dieser Versteigerung die Stockmühle für 805 Florentiner und übernahm diese am 3.6.1717. Im Jahre 1736 übergab er die Mühle an seinen Schwiegersohn Conrad Schäfer aus Zell (aufgezeichnet im Amt Romrod). Die Stockmühle blieb vermutlich für einige Jahre im Besitz der Familie. Bis ins zweite Drittel des 19. Jahrhunderts sind keine weiteren Aufzeichnungen bekannt.

Es wird vermutet, dass die Mühle in den folgenden Jahrzehnten heruntergewirtschaftet wurde und wahrscheinlich um 1850 in kurzer Zeit sechs Mal den Besitzer wechselte (1. Besitzer: Unbekannt, 2. Bes.: Herr Müller, 3. Bes.: 1852 Herr Emmel, 4. Bes.: 1853 Herr Eiring)

Aus dem Jahre 1853 finden sich Aufzeichnungen, die belegen, dass die Witwe des Johannes Emmel III von Eichelsdorf und ihre Kinder Flurstücke der Gemarkung Eichelsdorf (darunter die Stockmühle) für sich beanspruchen. Sie gaben an, diese Flurstücke von Georg Emmel erworben zu haben, hatten dafür jedoch keine Eigentumsurkunde vorlegen können.

Nach juristischen Schritten wurden die Flurstücke der Witwe von Johannes Emmel III von Eichelsdorf zugesprochen und diese verkaufte sie an Johs. Eiring (am 9. Oktober 1853).

Ein Zeitungsbericht aus „Die Darmstädter Zeitung“ (aus Oberhessen) vom 10. Oktober 1853 berichtet von einem brutalen Mord auf der Stockmühle in der Nacht vom 5. auf 6. Oktober. Bei dieser Tat wurde durch eine Verwechslung nicht der Müller der Stockmühle Herr Eiring, sondern der Mühlbursche Friedrich Lochmann, aus Hainchen, getötet.

Der 5. Besitzer nach Eiring ist wieder Unbekannt.

Danach wechselte die Mühle zum sechsten Mal den Besitzer und war nun Eigentum von Konrad Philipp Schäfer aus Gridel (keine bekannte Zugehörigkeit mit dem Conrad Schäfer aus Zell von 1736) von dessen Nachfahren bis heute einige in Eichelsdorf leben und sogar nahe der Stockmühle wohnen.

Foto des Sägewerkes um 1910

Foto des Sägewerkes um 1910

Konrad Schäfer kaufte die Stockmühle ca. 1854. Neben einer Mehlmühle gab es damals auch eine Ölmühle und eine Anlage zur Schälung von Gerste und Hirse. In der dritten Generation orientierte sich der Enkel Konrad Schäfers um und begann 1904 mit der ersten Kreissäge, auch Holz auf der Stockmühle zu bearbeiten. 1911 wurde ausgebaut und eine Sägehalle erstellt; parallel gingen die Mahlarbeiten der Mühle immer weiter zurück.

1941 übergab Theodor Schäfer das entstandene Sägewerk, mit der noch vorhandenen zusätzlichen Landwirtschaft an seinen Sohn Heinrich Schäfer, unter dem Vorbehalt die Auszugsäcker weiter zu bewirtschaften.

Nach der Übergabe wurde die Sägehalle weiter ausgebaut und ein Sägegatter installiert. 1953 wurde ein Kesselhaus mit einer Dampfmaschine gebaut. In diesem Jahr fiel die damalige Scheune einem Feuer zum Opfer. Eine neue Scheune wurde daraufhin errichtet und diese steht dort bis heute. Ein Jahr später kommt noch ein Dampfraum zur Trocknung der Schnittware hinzu. Der Betrieb liefert seine Schnittware bis nach Berlin. Doch um etwa 1975 wird der Betrieb stillgelegt. Die genauen Gründe der Stilllegung sind nicht bekannt.

Als 1989 Heinrich Schäfer verstarb, beerben ihn seine Kinder Manfred Schäfer (mit Frau Hiltrud Schäfer), Reinhold Schäfer, Helmut Schäfer (mit Frau Elly Schäfer) und Rosel Laaß, geb. Schäfer (mit Mann Werner Laaß). Das Erbe seiner zu diesem Zeitpunkt bereits verstorbenen Tochter Rosel Laaß, geb. Schäfer ging an deren Kinder, Sieglinde Egerer, geb. Laaß, Andrea Mautz, geb. Laaß und Wolfgang Laaß, über.

Die Erbgemeinschaft verkaufte 1991 das Gelände mit den Gebäuden der ehemaligen Sägerei an Herbert Euler und seine Ehefrau Anke Euler-Joachim aus Eichelsdorf. Sie planten dort einen Betrieb zu errichten, dazu wurden ein Jahr später, im Jahre 1992, alle ehemaligen Sägewerksanlagen abgerissen und größere Erdarbeiten durchgeführt. Das Ehepaar erhielt jedoch keine Baugenehmigung und die Umbauarbeiten wurden abgebrochen. Der Mühlgraben zeugt noch heute von dem ehemaligen Verlauf des Wassers entlang der nicht mehr vorhandenen Mühlgebäude.

Einer der Söhne, Helmut Schäfer, übernahm und bewohnte mit seiner Frau Elly Schäfer und seiner Tochter Birgit Gerlieb das noch heute erhaltene Wohnhaus. Sie bewirtschafteten das ehemalige Bürohäuschen, die Scheune und die Wiese, die durch den Mühlgraben und die Nidda begrenzt ist. Sie modernisierten und renovierten das Wohnhaus und erweiterten das Haus um einen Anbau.

Im November 2008 sollte das gesamte Gelände mit den restlichen Gebäuden versteigert werden. Es wurde nur ein Angebot abgegeben, über 25.000 € von Herrn Krahl aus Schotten. Da dieses Angebot nicht den Mindestwert erreichte, wurde die Versteigerung auf das Frühjahr 2009 vertagt.

Am 19.10.2009 wurde das Gelände geteilt. Das Wiesengrundstück „Hinter der Stockmühle“ wurde von Familie Euler an Frau Christel Albert aus Florstadt verkauft. Das Anwesen der Stockmühle ging nach dem Tot von Helmut und Elly Schäfer an deren Tochter Birgit Gerlieb über. Diese verkaufte im Juni 2011 das Anwesen mit Wohnhaus, Scheune, ehemalige Bürohäuschen und einem Wiesengrundstück an Uwe Frank Appelt und seine Lebensgefährtin Frau Manuela Brüggemann.

Traumhof - Eselhof-Wetterau 4

Luftbild Stockmühle um 2012

Nach dem überraschenden und tragischen Todesfall von Uwe Frank Appelt, im August 2014 an einem Herzversagen, stand das Haus wieder zum Verkauf.

Im August 2015 wurde die Stockmühle Eigentum von Jens Hoffmann und seiner Frau Carmen Hoffmann, geb. Fluhr.

Jens Hoffmann geboren in Dresden (Sachsen), studiert in Frankfurt am Main, zog mit seiner Frau Carmen Hoffmann, geboren in Augsburg (Bayern), von Frankfurt nach Eichelsdorf auf die Stockmühle.

Diese leben, mit ihrer im Oktober 2015 geborenen Tochter Emily Hoffmann und ihrem im Juni 2017 geborenen Sohn Jonas Hoffmann, seither glücklich in der ehemaligen Stockmühle. Die Stockmühle beherbergt seitdem den heutigen Eselhof-Wetterau. Mit zwei Eselstuten Lucy und Blacky, dem Hofhund Sergeant Pepper, ein paar Kaninchen und Hühnern soll die Stockmühle eine neue Ära als Eselhof erleben. Das geplante Rasthäuschen mit Softeis, Kaffee und Kuchen soll für Wanderer, Radfahrer, Reiter und allen Gästen eine gemütliche Atmosphäre bieten.

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